Tipps rund um das Huhn

 

Alles rund ums Huhn.
"Ich wollt ich wär ein Huhn, ........". Es gibt ein Lied, das das Leben des Huhns in einer
lustigen Melodie darbietet und man glaubt, es ist das Leben eines Tieres, mit nur einer
Aufgabe.
Doch so einfach ist es nicht und trotzdem ist ein Hühner Leben, wenn man es als Züchter oder
auch Halter betrachtet, sehr interessant.
Kleine Statistik: rund 50 Millionen Hühner werden in Deutschland zur Eierproduktion
gehalten. Wenn man dann jedem Huhn pro Jahr eine Legeleistung von 220 Eiern nachsagt,
dann kann sich jeder ausrechnen, welche Leistungen von diesen friedlichen und genügsamen
Geschöpfen erbracht werden.
Hier zählen nur die reinen Legehühner.
Zu diesen, nur für das Ei gehaltenen Hühnern, kommt noch eine Vielzahl von Rassehühnern
in 200 verschiedenen Arten, Formen, Größen, Temperamenten und Farben. Hier ist die
Eierproduktion sekundär. Hier gilt es, die typischen Rassemerkmale zu erhalten, zu
verbessern und in Zuchten und Blutlinien weiter zu entwickeln und zu bewahren.
Wer diesen Unterschied erkennt, hat einen wichtigen Grundstein für die eigene
Hühnerhaltung und vielleicht auch Zucht gelegt.
Jeder der am Anfang steht und sich für ein paar Hühner entschieden hat, sollte sich mit dieser
Frage auseinander setzen .
Danach ist der weitere Weg vorgegeben und die Entscheidung einfach, denn alles weitere
läuft in gewissen Parallelen ab, das wunderbar mit Fragen im alphabetischem Ablauf für
Legehühner und auch Rassehühner dargestellt und beantwortet werden kann.
        Anschaffung, woher? Möglichst Tiere von erfahrenen Züchtern oder seriösen
Händlern erwerben. Niemals vom Fischmarkt. Erfahrene Züchter kennen viele Möglichkeiten
der Beschaffung und sind auch behilflich dabei.
        Brüten, jeder kann seinen Stamm selbst ausbrüten oder ausbrüten lassen. Hier helfen
erfahrene Züchter gerne weiter und der Vorteil ist, man erlebt seine Tiere von klein auf an.
        Chemie, der Markt ist voll von Produkten, die aus unserer Sicht in der
Geflügelhaltung und Zucht oft keine Wirkung haben und zudem noch teuer sind. Erfahrene
Züchter raten zu vielen Hausmitteln und den kostenlosen Produkten aus der Natur.
        Der liebe Nachbar hat immer ein Wort mitzureden, wenn die Entscheidung zur
Hühnerhaltung in der Familie getroffen ist. Ein Gespräch über den Zaun, kann vieles im
Vorwege klären und einen eventuellen Streit verhindern. Darf ich überhaupt in meinem
Wohngebiet Kleintierhaltung betreiben, entscheidet die jeweilige Satzung der Stadt bzw. der
Gemeinde. Auf dem Ordnungsamt zu erfragen.
Mein Stall sollte dann nicht auf der Grenze gebaut sein. Hier gelten die allgemeinen
Bauvorschriften der Stadt oder der Gemeinde. Mein Auslauf muss auf jeden Fall so konzipiert
sein, das meine Hühner, die auch je nach Temperament, gerne einmal fliegen, den Garten des
Nachbarn nicht "zerstören".
Das wichtigste aber ist, der Hahn. Ohne Hahn keine Zucht. Aber auch viele Halter haben
zwischen ihren Hühnern gerne einen Hahn. Dieser wird garantiert einen Konflikt in der
Nachbarschaft auslösen. In ländlicheren Gebieten weniger aber in enger bebauten Stadt- oder
Gemeinde Gebieten sofort.
Seine Eigenschaft ist das Krähen, ohne sich an irgendeine Regel im Tagesablauf zu halten.
Hier gibt es auch je nach Temperament und Rasse, keine Unterschiede. Kleine krähen
vielleicht mehr aber auch große können dies, dann lauter und häufiger. Selbst erfahrene
Züchter können hier wenig raten. Den Hahn einsperren ist zwar ein Tipp aber keine Lösung.
Wurde der Nachbar erst einmal genervt oder morgens um 04.00 Uhr geweckt, ist die
"Freundschaft" meistens vorbei. Hierzu gibt es Gerichtsurteile und Strafandrohungen, die

schnell hoch ausfallen können. Wer nicht züchtet, sollte auf einen Hahn verzichten, es sei
denn er hat keine Nachbarn. Auf Toleranz sollte man nicht setzen.
       Eier, große, kleine, weiße, braune, grüne oder auch dunkelbraune, alles ist heute auf
dem Markt. Der Unterschied liegt nur in der Farbe der Schale. Am Eigelb kann der erfahrene
Züchter eventuell Rückschlüsse auf die Fütterung und die Frische erkennen. Geschmacklich
gibt es keinen Unterschied.
        Fütterung, hier sollte man sich zu Beginn mit erfahrenen Züchtern austauschen.
Futter ist nicht gleich Futter und wenn die Aufnahme verweigert wird, liegt es nicht am Huhn
sondern sehr oft am Futter. Der Markt ist auch hier voll von Sorten, die alles versprechen und
am Ende nur Geld kosten. Hühner gab es schon vor tausend Jahren und selbst in den Ländern,
wo das Huhn heute zum täglichen Überleben gehalten wird, erreicht unser Futtermarkt dort
nicht einen Hühnerhalter. Trotzdem werden auch dort Eier gelegt.
Sehr gerne nimmt das anspruchslose Huhn auch einmal die Reste vom Küchentisch. Vorsicht
mit zu viel Salz oder Gewürzen. Eingeweichtes Brot ist sehr beliebt und unter das tägliche
Futter gemischt, auch verträglich.
Salat und Obst bleibt niemals liegen.
       Große, mittelgroße oder Zwerge, das ist die Frage, die erfahrene Züchter
manchmal auch nicht gleich beantworten können. Viele Faktoren müssen dazu beachtet
werden. Vor allem will ich die Zwerge züchten oder aus Spaß halten. Eierleger sind es nicht,
um den täglichen Bedarf selbst zu produzieren, aber durchaus niedliche, agile und
interessante Gattungen ihrer Art.
        Haltung, dieser Punkt beinhaltet eine Grundsatzentscheidung, denn der Stall, der
Auslauf und die Größe für die Möglichkeit zur Haltung, wird nur einmal festgelegt und bietet
sehr oft wenige Variationen. Hier geben erfahrene Züchter gerne Tipps, die sie aus eigener
Erfahrung selbst gesammelt haben. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, das Verbesserungen
immer möglich sind.
         Impfen, alle Hühner müssen geimpft werden. Dies ist neben der Anmeldepflicht,
die einzige gesetzliche Vorschrift, wo der Gesetzgeber sich in dieses Hobby ein
Mitspracherecht vorbehält. Zur Zeit wird viermal im Jahr geimpft. Hierzu kann man die Tiere
über das Trinkwasser den Impfstoff verabreichen. Tierärzte können aber auch mit der Nadel
die Tiere impfen, die dann nur einmal im Jahr erfolgen muss. Kein erfahrener und
verantwortungsbewusster Züchter vergisst die Termine.
        Junge oder ältere Tiere, wird immer zu Gunsten der jüngeren Tiere entschieden.
Alt werden sie alleine und wenn man eine durchschnittliche Lebensdauer von 3-4 Jahren
zugrunde legt, dann ist das erste Jahr das effektivste. Wie schon aufgeführt ergibt die
Legeleistung über das Jahr gerechnet auch die Zeiten vor, an dem das Huhn keine Eier legt
und Zeiten zur Erholung für sich braucht. Diese Phase kann bei älteren Hühnern schon einmal
länger dauern. Bei erfahrenen Züchtern, die durch Einkreuzen eine neue Blutlinie brauchen,
oder sonstige Rassemerkmale verbessern möchten, sind auch ältere Hühner und vor allem
Hähne schon einmal die Regel diese einzukreuzen.
          Kalk, ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das jedem Huhn nicht vorenthalten
werden sollte. Bei erfahrenen Züchtern steht die Kalkration den Tieren immer zur Verfügung.
Hühner haben keine Zähne und benötigen im Magen Elemente, um das aufgenommene
Körnerfutter zu zerkleinern. Für eine ausgeprägte Knochenbildung und Wachstum
unverzichtbar.
          Legeleistung, unserer als Haustiere gehaltenen Hühner, sowohl als Hobby aber
auch in der Zucht, legen von Natur aus ihre Eier und sind nicht auf Leistung getrimmt. Jeder
möchte immer ein Frühstücksei aber dafür reicht unsere Art der Haltung und auch Fütterung
nicht. Erfahrene Züchter lassen ihren Tieren einen großen Spielraum wie freien Auslauf,
tiergerechte Fütterung und wenig Stress. Damit regelt sich die Legeleistung von alleine.
Legebatterien, Futterergänzungsmittel und Verkürzungen der Ruhephasen durch Beleuchtung, können zwar die Leistung kurzzeitig erhöhen, verkürzen aber die
Lebenserwartung.
        Medizin, in der Hühnerhaltung und auch in der Zucht, nicht unbedingt ratsam.
Wer sich die wenigen Krankheitsbilder und Symptome unserer Tiere vergegenwärtigt, wird
sehr schnell feststellen, man kann nicht viel machen. Auch erfahrene Züchter haben nur die
Möglichkeit, durch ein geschultes Auge eine Veränderung festzustellen. Sofort sollte dieses
Tier rausgenommen werden und separat gehalten werden, bevor es zu Ansteckungen kommt.
Im nächsten Schritt lassen erfahrene Züchter eine Kotprobe bei einem Tierarzt untersuchen,
von dem abgesonderten Tier und auch von den anderen. Hier reicht eine Sammelprobe. Das
Ergebnis wird das weitere Vorgehen bestimmen und der Rat des Tierarztes sollte befolgt
werden.
        Neuzugänge, in diese Situation kommt jeder Halter und auch erfahrene Züchter
bei diesem Hobby. Habe ich einen gewissen Stamm, in der Regel im Minimum vier Tiere, ist
unter diesen im laufe der Zeit, wenn kein Hahn dazwischen ist, die Rangordnung festgelegt.
Man kann es selbst beobachten und herausfinden, wer "Chefin" im Stall ist. Welches Huhn
beginnt zuerst zu fressen und beißt andere zurück, falls sich jemand vordrängelt. Nur ein
Beispiel.
Kommt hier ein weiteres Huhn hinzu, wird dieses sich immer hinten anstellen müssen. Bei
Neuzugängen mindestens zwei Tage das Verhalten beobachten. Hat ein Neuzugang erst
einmal eine, im schlimmsten Fall blutige Verletzung, wird der Rest sich weiter kannibalistisch
benehmen.
        Ohren, wenn auch nicht sichtbar, so sind sie doch vorhanden und das sollte man
auch nutzen. Ein erfahrener Züchter begegnet seinen Hühner stets mit einem gleichen
Lockruf und erreicht damit, das die Tiere sich an seine Person und den Ruf gewöhnen. Der
Vorteil ist, das die Tiere ruhig bleiben und damit keinen Stress haben sowohl im Stall als auch
im Auslauf. Sie erkennen, es besteht keine Gefahr.
        Platz, hier gibt es Erfahrungswerte bzw. tiergerechte Vorgaben, die möglichst
auch eingehalten werden sollten. Erfahrene Züchter haben aber auch festgestellt, das jedes
Huhn seinen eigenen Horizont bildet. Haben die Tiere die Möglichkeit einen Auslauf zu
nutzen, sollte man diesen möglichst begrenzen und damit die Nutzfläche abwechselnd
freigeben.
Auch Hühner, die in kleineren Verhältnissen leben müssen, gewöhnen sich an diesen
Umstand. Es ist gerade für Züchter von Vorteil, wenn eine gute Befruchtung durch den
hinzugesetzten Hahn erreicht und optimiert werden soll. Hier sind dann Verhältnisse von 1: 4
bzw. 1: 5 Erfolg versprechend. Liegt aber auch an den verschiedenen Rassen und dem
jeweiligen Temperament dieser Gattungen.
         Qualzuchten, ein Begriff, der in den letzten Jahren sehr oft zu hören war. Was
will man damit zum Ausdruck bringen? Die Möglichkeit in der Rassegeflügelzucht einem
vorgegebenen Standard seiner gezüchteten Rasse möglichst so nah wie möglich zu kommen,
bringt gewisse Gefahren mit sich. Durch Einkreuzen verschiedener Merkmale aus anderen
Rassen, um den Schnabel möglichst kurz zu halten, den Stand zu verkürzen, die Farbe zu
optimieren oder eine Hauben Bildung zu verbessern, kann zwar ein richtiger Schritt sein, um
den Standard zu erreichen, aber ob das Tier damit stressfrei gezüchtet wird und sich nicht
quält, sollte immer hinterfragt werden. Jeder erfahrene Züchter hat hiermit sicherlich schon
einmal Erfahrungen gesammelt und am Ende vielleicht nicht das erreicht, was er sich erhofft
hatte.
       Robust, heißt nicht in jedem Fall Stärke gegen alles. Auch einem Huhn sollte man
gewisse Schwächen zugestehen. Nässe ist zum Beispiel ein Merkmal genau wie Hitze, das
den Hühnern nicht besonders gefällt. Ein erfahrener Züchter wird niemals zu einer
gemeinsame Haltung mit Wassergeflügel wie Enten und Gänse raten. Jeder Auslauf sollte
auch die Möglichkeit haben durch Büsche oder kleine Sträucher Schatten zu spenden.

     Schönheit, überwiegend ein Merkmal aus der Zucht, wo die über 200
verschiedene Rassen in allen Farbschlägen zu finden sind. Aber auch die normalen
Legehühner gibt es heute in vielen verschiedenen Farben, so das der erfahrene Züchter auch
hier von einer gewissen Schönheit spricht.
      Tag, der Tag eines Huhnes ist durch feste Abläufe geregelt. Hühner stehen sehr
früh auf und gehen Abends früh zur Ruhe. Der Ablauf hängt von der Jahreszeit ab. So ist die
Sommerzeit nicht unbedingt etwas positives für die Tiere. Sie gewöhnen sich schnell an die
regelmäßige Fütterung, haben ihre Zeit der Eiablage und gewisse Tagesphasen, in denen die
entspannen. Erfahrene Züchter kennen diese Abläufe ihrer Tiere, die auch jeder für sich selbst
erkunden sollte um sich danach wenn möglich zu richten.
       Ungeziefer, hier ist ein wichtiges Augenmerk darauf zu legen, was ist los in und
um meine Anlage. Erfahrene Züchter erkennen sofort, ob der Hühnerstall frei von Flöhen
oder besonders in den Sommermonaten von Milben ist. Die Tiere sind in ständiger Bewegung
und "putzen" sich. Besonders Nachts kommen sie nicht zur Ruhe, wenn diese Tierchen in
ihrem Federkleid nach Nahrung suchen. Tagsüber hat man den Eindruck es ist alles ruhig,
doch wenn man dann selber plötzlich den Kopf voll hat, wird man skeptisch. Die Milbe zieht
sich tagsüber in viele kleine Ritzen und Spalten zurück. Hier ist sehr oft der Ausbau mit
Profilbrettern von Nachteil. Diese sollten mehrfach gestrichen werden oder versiegelt sein.
Ein steingemauerter und gekalkter Stall hat mehr Vorteile, den aber nicht jeder in Heimarbeit
errichten kann.
Wurden Milben festgestellt, sollte man nicht warten. Die gehen erst dann wieder weg, wenn
es kälter wird.
Es sind Sprühprodukte auf dem Markt, die stets mit Vorsicht einzusetzen sind. Niemals auf
die Tiere sprühen. Wer Spinnen in seinem Stall hat, hat schon eine große Hilfe, die nicht zu
unterschätzen ist. Die Natur liefert im Frühjahr und den ganzen Sommer über das sogenannte
Farnkraut, das stets frisch gebündelt im Stall hängen sollte.
Der regelmäßige Anstrich der Sitzstangen von unter und Ruhebretter mit einfachem Öl aus
dem Supermarkt ist ebenfalls eine gute Erfahrung.
Sind die Tiere aber sehr hart befallen, z.B. an den Beinen oder im Gesicht, sollte man auch
hier nur mit Öl rangehen. Da Hühner nicht schwimmen können aber trotzdem gerne baden, ist
eine Stelle in ihrem Umfeld stets mit trockenem Sand vorzuhalten.
Da wo Futter angeboten wird, bedienen sich selbstverständlich auch Schädlinge, die in keinen
Stall gehören. Mäuse und Ratten erkennen schnell, wo es gute und reichlich Nahrung gibt,
gerade in der Winterzeit, wo die Natur nicht mehr viel zu bieten hat. So ist ein leergefressener
Trog schon fast die Garantie, das diese Eindringlinge keine Nahrung finden. Erfahrene
Züchter erkennen die Merkmale dieser Schädlinge und wissen, das ein großer Schaden
entstehen kann, wenn man nicht zielstrebig eingreift. Die Vermehrung geht so schnell. So
sind z.B. Futterautomaten nur dann sinnvoll, wenn diese über Nacht unzugänglich
vorgehalten werden können. Nur die Tagesration Futter zur Verfügung stellen, die
aufgefressen wird. Stets belegte Köderkästen außerhalb der Anlage helfen gegen die
Eindringlinge. Sind sie eingedrungen, können auch Köderkästen im Innern platziert werden.
Kommt man selbst nicht mehr dagegen an, sollte man sich bei entsprechenden Kammerjägern
Rat holen. Wer frei von diesen Schädlingen ist, tut sich und seinen Tieren was gutes.
           Veterinär, kann helfen. Leider sieht man in den vielen Kleintierpraxen ganz selten
oder eher gar keine Hühner. Dazu haben sich wenige eingelassen und so steht der
Hühnerhalter oder auch der Züchter sehr oft alleine da. Medikamente werden nicht abgegeben
und Diagnosen am Telefon schon gar nicht. Dagegen gibt es auch keine Einwände denn der
Missbrauch von Medikamenten ist nicht ratsam. Erfahrene Züchter helfen sich gegenseitig,
denn meistens sind die Symptome gleich gelagert und die Erfahrung des einen hilft dem
anderen. Sollten trotzdem Krankheitsbilder nicht erkennbar sein, wird auch der Veterinär
weiterhelfen können, bzw. übergeordnete Labore oder Institutionen einschalten. Diese Untersuchungen ergeben dann zwar einen sehr viel sicheren Befund, sind aber für den
Züchter mit Kosten verbunden. Für seine Zucht benötigt er aber sichere Auskünfte, um nicht
mit einer verkannten Krankheit seinen gesamten Bestand und damit seine Zucht zu gefährden.
        Wasser, muss sein. Man kann schon mal auf eine Ration Futter verzichten aber
niemals auf die gefüllte Tränke. In der warmen Jahreszeit lieber einmal mehr das Trinkwasser
in die Blumen kippen und dann die gereinigte Tränke mit sauberem Wasser wieder hinstellen.
Wer auch über das Trinkwasser seinen Hühnern etwas Gutes tun möchte, wirft immer ein
Stück Knoblauch mit ins Wasser. Auch hier sind viele Ergänzungsmittel auf dem Markt.
Erfahrene Züchter raten zu keinem dieser Produkte.
       Zum Schluss alles noch einmal zusammengefasst. In allen Abschnitten war auf
den erfahrenen Züchter hingewiesen. Es ist nicht der Allwissende aber das gebündelte Wissen
dieser Züchter, die alle in Vereinen organisiert sind, ist die Stärke und breite Basis der
heutigen Grundlage für die Aufgabe im Bereich der Rassegeflügelzucht, die Artenvielfalt zu
schützen und zu erhalten. Nur wenn dieses Wissen, diese Tipps und über Jahre gesammelte
und weitergegebene Erfahrung genutzt wird, kann die Geflügelzucht weiter erfolgreich
betrieben werden.
Wenn die vielen Hühnerhalter aus ihrem Hobby im Garten, hier die Erfahrung sammeln,
umsetzen oder sich zu Beginn durch Fragen ebenfalls eine Grundlage zur Geflügelhaltung
schaffen, werden auch sie vielleicht einmal ein Züchter, der gefallen an der ein oder anderen
Rasse findet und sich hiermit weiter beschäftigt und entwickelt.
Viele Vereine sind im Altersdurchschnitt schon an der oberen Grenze, ganz abgesehen vom
eigenen Nachwuchs, der leider fehlt, da die Zeit andere interessantere Beschäftigungen bietet.
Also, unterstützen wir den örtlichen Verein, sammeln die Erfahrung mit dem Gartenhobby
und wenn es dann "klick" macht, ist das Rassehuhn die Lösung, natürlich dann mit Hahn.
Aber darüber reden wir dann, wenn es soweit ist und fragen die erfahrenen Züchter.


 

 

Tipps rund um die Taube

 

Alles rund um die Taube.
"Wer sein Geld kann sehn nicht liegen, kauft sich Tauben und lässt sie fliegen"...... Wer kennt
diesen Reim nicht? Hier könnte man ebenfalls analog der Hühner eine Liste erstellen, doch es
reicht, wenn man unter 10 Punkten die Tipps zusammenstellt. Die Prioritäten sind aber
genauso wichtig und auch interessant.
Kleine Statistik: Tauben gibt es in fünf verschiedenen Arten. Die Stadttaube, die Haustaube,
die Zuchttaube, die Brieftaube und die Wildtaube. Die am meisten vorkommende Art, ist die
Stadttaube mit geschätzten 500 Millionen Stück. die anderen Arten teilen sich weiter in
verschiedene Gattungen.
Hier beschränken wir uns auf die Zuchttaube, im Weiteren, die Rassetaube und beleuchten die
Möglichkeit unser Hobby eventuell auf diese zu erweitern oder damit zu beginnen. Auch hier
gilt es, die typischen Rassemerkmale zu erhalten, zu verbessern und in Zuchten und Erblinien
weiter zu entwickeln und zu bewahren.
1.        Die Rassetaube gibt es in über 330 Rassen, die unterteilt sind in Farbentauben,
Formentauben, Huhntauben, Kropftauben, Mövchentauben, Strukturtauben, Trommeltauben
und Warzentauben.
2.        Entscheide ich mich für eine dieser speziellen Arten, kann ich mich weiter für eine
spezielle Rasse darin entscheiden und dann weiter für einen speziellen Farbenschlag oder
noch weiter für eine besondere Eigenschaft, wie belatschte Füßen, einer Haube oder Kappe.
Somit habe ich für mich meine Taube festgelegt. Der Grundstein für meine Zucht ist gelegt.
3.         Mein Taubenschlag muss dann nicht nur meinen zur Verfügung stehenden Platz gerecht
werden, sondern auch der von mir ausgesuchten Taubenart. So sind größere und schwerere
Tauben schlechte Flieger und kleinere Tauben agiler und lebhafter. Bekommt der
Taubenschlag eine Voliere dazu oder lasse ich meine Tauben frei fliegen? Diese
Entscheidung sollte man mit erfahrenen Züchtern besprechen, denn hierzu gibt es für beide
Möglichkeiten viele für-und gegen Argumente. Der Greifvogel ist in vielen Regionen
unseres Landes sehr spezialisiert, was die Taubenjagd betrifft. Es ist schade, wenn gerade ein
brütendes Weibchen meiner Zuchtpaare diesem zum Opfer fällt.
4.        Ein hübsches Taubenhaus, selbst gestaltet, wird jeder Taube gerecht. Die Anzahl der
Zuchtpaare ist dann aber begrenzt. Die regelmäßige Kontrolle während der Brutzeit, die
Fütterung, die Reinigung und der abzusetzende Nachwuchs, das alles muss gut organisiert
sein. Auch der Zugriff der Raubvögel oder Katzen bedarf einer besonderen Taktik und
Aufmerksamkeit.
5.       Meine Zucht wird sich dann speziell auf diese Rasse konzentrieren müssen und dazu
sollte ich mich mit vielen Fragen beschäftigen und im Vorfeld schon abklären. Woher
bekomme ich ein oder zwei Zuchtpaare? Welcher Farbenschlag ist zu Beginn einfach und wo
finde ich eventuell Hilfe?
6.      Jeder Rassegeflügelverein hat erfahrene Taubenzüchter in seinen Reihen, die bei dem
Start gerne behilflich sind. Vielleicht gibt es ja sogar einen Züchter mit gleicher Rasse. Auch
Ausstellungen sind ein sehr gutes Portal, um dort mit Züchtern ins Gespräch zu kommen, und
diesen dann Tipps zu entlocken. Auch im Internet oder in der Fachliteratur gibt es fast auf alle
Fragen Antworten.
7.      Im Gegensatz zu den Hühnern, brauchen Tauben nicht angemeldet werden aber die
Impfung ist zu gewissen Zwecken noch gefordert. Auch hier helfen die erfahrenen Züchter in
einem Verein.
8.      Der liebe Nachbar spielt aber bei der Taubenzucht auch eine Rolle. Erfahrungsgemäß
gibt es Diskussionen, wenn die frei fliegenden Tauben generell auf dem Nachbar Dach sitzen
bzw. den hochgepflegten Gartenteich zum Baden nutzen. Tauben baden gerne und besonders
gern beim Nachbarn.

9.       Möchte ich meine Zuchtergebnisse einmal der Öffentlichkeit präsentieren oder in
Konkurrenz zeigen, müssen diese Tiere beringt sein. Dazu sind Ringe erforderlich, die
speziell für meine Rasse in der Größe vorgeschrieben sind. In jedem Landesverband kann ich
die Ringe beziehen, wenn ich Mitglied in einem Verein bin.
10.     Auch die Fütterung ist heute leicht gemacht. Für jede Rasse gibt es entsprechendes
Futter und je nach Angebot kann man hier auch variieren. Zusätzlich sollten Grit und
Taubenkuchen angeboten werden. Übers Trinkwasser Knoblauch und in der Mauser
zusätzlich Sämereien, ist alles was eine Taube benötigt.
Zum Schluss noch einmal zusammengefasst:
Ich habe mich für eine Taubenzucht entschieden, weiß welche Art, welche Rasse
und auch welche Farbe, habe den entsprechenden Taubenschlag und einen erfahrenen Züchter
gefunden, von dem ich meine ersten Tauben bekommen habe. Nun beginn ich mit der
Anpaarungs- und Brutphase, ziehe die Jungen groß, beringe diese am siebten Tag und wenn
sie dann das Nest verlassen, bereite ich die nächste Brutmöglichkeit vor. Die Jungen sollten
stets abgesetzt sein, um die Eltern in der nächsten Brut nicht zu stören. Nach drei Brutphasen
sollte die Zucht für dieses Jahr zu Ende sein.
Eine Kotprobe aller meiner Tauben nach der Zuchtphase (Sammelprobe genügt) bescheinigt
mir, das meine Tiere gesund sind. Bei Befall von Würmern oder Kokzidien hilft der Tierarzt
weiter.
Ob meine Nachzucht sich entsprechend dem Standard dieser Rasse entwickelt, zeigt sich
spätestens wenn die Mauser abgeschlossen ist. Leider müssen dann auch Fehler oder Mängel
ausgemerzt werden. Denn die Tiere haben nicht die Eigenschaften für eine erfolgreiche Zucht
im nächsten Jahr.
Es ist nicht ratsam, Tiere mit Abweichungen vom Standard oder schon sichtbaren Fehlern zu
behalten und gar in die nächste Zucht zu nehmen. Vielleicht bietet sich da eher die
Möglichkeit, bei erfahrenen Züchtern die reinrassige Taube, egal ob Täuber oder Taube zu
erwerben. Ein guter Tipp ist es, wenn man sich mit der Vererbungslehre bei Tauben
beschäftigt. Habe ich diese verstanden, bin ich selbst in der Lage Fehler zu vermeiden und
damit auch bessere Zuchterfolge zu erzielen.
Nicht ungeduldig werden, es kann viel Zeit vergehen, bis ich mit meiner Zucht auf einem
richtigen Weg bin.
Mit gesunden und vitalen Tieren, erreiche ich mein Ziel schneller und habe dann auch mehr
Spaß, den teilen wir dann mit erfahrenen Züchtern in einem Verein.